Anna Lena Straube

Biografie

1978 in Bremen geboren,  studierte Anna Lena Straube von 1998 bis 1999 das Studium der Soziologie, Philosophie und Pädagogik (MA.) an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Von 1999 bis 2004 studierte sie Freie Kunst an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Professorin Elisabeth Wagner und Professor Peter Nagel. Danach (2004-2005) folgte ein Aufbaustudium Kunsttherapie an der HfBK Dresden bei Professorin Doris Tietze, Praktika in psychosomatischen Kliniken Bad Bramstedt und Arnsdorf.

Seit 2012 ist sie Dozentin an der Fachhochschule Potsdam für Erziehungswissenschaften für die Forscherwelt Blossin, Einrichtung eines Malortes nach Arno Stern, sowie für Erwachsenenbildung mit dem Schwerpunkt „sustained shared thinking“.

Die malerische Erforschung von Weiblichkeit bestimmt das künstlerische Oeuvre von Anna Lena Straube. Traditionell waren es männliche Künstler, die ein weibliches Ideal erschufen. Anna Lena Straube kreiert ihr weibliches Ideal auf eine Weise, die die Betrachter in die Innenwelten der Figuren hineinführt. Die Künstlerin erzeugt Werkzyklen, die einem malerischen Reigen gleichen. Farbigkeit, Inhalt sowie malerische Bildsprache werden mit jedem weiteren Reigen auf ein Neues erschaffen. „Thinking about Eve“ untersucht die christlich-patriarchale Erfindung der Frau als Eva-Figur. Der Schuldkomplex Evas zwingt die Frau in die Unterwerfung und ermächtigt den Mann über sie und die Welt zu herrschen. Frauen werden stimmlose Randgruppe, verschwinden im Hintergrund, oder dürfen das, was der Mann erlaubt. Ältere Mythen-Frauen wie Lilith, wild und unbezähmbar, die geflügelt zwischen Ober- und Unterwelt hin und her wechseln kann, wurden der Erzählung der Bibel entzogen, verunglimpft und beschimpft. Der vollständige Wechsel zu einer patriarchalisch organisierten Weltgemeinschaft wurde mit der Heiligen Schrift des Christentums besiegelt und löst sich erst in den letzten hundert Jahren langsam wieder auf. Wie viel „Eva“ steckt in dir, befragt die Malerin jede ihrer Frauenfiguren, wie viel von dir ist geprägt durch ihr Stigma, und wo zeigt sich unzerstörbare, zeitlose, weibliche Komplexität?

Die historischen Fotovorlagen oder Film-Stills, die Anna Lena Straube verwendet, z. B. aus „Orphée“ von Jean Cocteau, oder Aufnahmen, die die Schriftstellerin Sylvia Plath zeigen, werden als Malerei des „Hier und Jetzt“ neu erzählt. Stilistisch bewegen sich die Gemälde zwischen Realismus und Poesie, zwischen zarten Farblasuren und unzähligen, das Motiv überziehenden Farbtropfen. Im Kontrast dazu erscheinen klare, weiße Formen, die metaphysisches Licht suggerieren.

Anna Lena Straube lebt und arbeitet in Berlin.

Folgen Sie uns auf  Instagram | Facebook