Als der Maler Bernard Lokai am 24. Februar 2022 Bilder des russischen Einmarsches in der Ukraine sah, wurde er sofort in Erinnerungen an die Flucht seiner Familie aus der Tschechoslowakei in den 1960er Jahren gebracht. Er reagierte mit einer Reihe von abstrakten, tief empfundenen Gemälden, die die Verbindungen zwischen seiner eigenen Vergangenheit und der Unmittelbarkeit und Emotion globaler politischer Ereignisse untersuchen.

Lokais Werk nutzt die historische Volkssprache der Malerei – einschließlich der aktiven Pinselstriche des Abstrakten Expressionismus und der Sprühfarbe von Graffiti –, um gleichzeitig Traditionen von Landschaft und Abstraktion zu absorbieren und zu stören. In diesem neuen Werk thematisiert Lokai seine eigenen Flüchtlingserfahrungen mit mutigen, gestischen Noten und strategisch positioniertem, negativen Raum. Lokai kombiniert oft mehrere Techniken innerhalb eines einzigen Arbeitswerks und lässt Teile der Leinwand roh um die Bewegung und den Aufprall der zentralen Formen, und verwendet jedes Werkzeug, das ihm zur Verfügung steht, von bespritztem Neonacryl bis hin zu dick aufgetragenen Pinselstrichen in Öl.

Lokai‘s neues Werk drückt eine direkte Emotion um ein bestimmtes Ereignis aus und weicht von früheren, mehr studierten Gemälden „über Malerei“ ab. Während seine Praxis unaufhörlich die Traditionen und Tropen des Genres untersucht, bringen diese neuen Kompositionen die Geschichte und das Vermächtnis der Malerei in eine dringende Gegenwart.

Bernard Lokai wurde 1960 in Bohumin, Tschechoslowakei, geboren. Nach der Flucht aus der ehemaligen Tschechoslowakei wuchs Lokai in Duren auf. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Gerhard Richter und lebt heute in Düsseldorf und Berlin.

Abbildung: Landschaftsblock, 2024, Öl, Acryl auf Leinwand, 130×345 cm

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