Horst Becking *1937
Der Künstler erwarb seine künstlerische Grundausbildung an den Fachhochschulen für Grafik und Design in Dortmund und Wuppertal. Anschließend studierte er in den 70er Jahren an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, zuerst in der Klasse von Joseph Beuys, später bei Rupprecht Geiger, dessen Meisterschüler er wurde.
Geprägt durch eine Jugend im Nachkriegsdeutschland spürte er eine starke Verbundenheit mit dem Jazz, das zeigte sich durch die ersten Ausstellungen im Jazz Club Hagen. Zusammen mit Gleichgesinnten wurde der Club zur Kreativschmiede und zum Fluchtpunkt vor der spießig-konservativen Gesellschaft. Es folgt eine Mitgliedschaft im Westdeutschen Künstlerbund, der mit seinen Ausstellungen überregional von Bedeutung war. Neben der Malerei entdeckte Horst Becking die Radierung und die Übermalung alter Papiere. In unzähligen Buchantiquariaten entdeckte er alte Handschriften, deren weiches, vergilbtes Papier als Grundlage seiner Malerei dienten. Aus der Liebe zu Büchern entstand das erste Künstlerbuch „Briefe“ nach Texten von Franz Kafka. Bis heute bilden Bücher und Mappenwerke nach literarischen Vorlagen einen Schwerpunkt seiner Arbeit.
Studienreisen und Arbeitsaufenthalteunter anderem in Belgien, Frankreich, USA und Kanada sind für seine künstlerische Arbeit unverzichtbar. Erlebtes wird in Gouachen, Ölbilder, Künstlerbüchern und Mappenwerke verarbeitet. Die Reisen inspirierten zur Malerei auf großen Formaten, dabei entdeckte er immer wieder neue Malgründe, die ihn durch ihre Gebrauchsspuren besonders inspirierten. In Venedig fand er Reste eine Marktplane (Baschè) im Müll und verarbeitete diese fortan als Malgrund. Durch seine unzähligen Mittelmeer Reisen ist er der Farbe Blau völlig verfallen. Das Blau mit seiner Schönheit und Tiefe ist ausseiner Arbeit nicht wegzudenken.

 
 

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